Justizvollzugsanstalt Euskirchen

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Behördenpräsentation

Justizvollzugsanstalt Euskirchen, Zahlen Daten und Fakten

 

Rückblick auf die Jahre 2009 und 2010 nach einem runden Dutzend erfolgreicher Jahre in der JVA Euskirchen, die seit dem 01.01.1996 besteht


1) Vollstreckungszuständigkeit

a) Originärzuständigkeit, d.h. Verurteilte, die sich zum Zeitpunkt der Urteilsverkün-dung/vor Strafantritt auf freiem Fuß befinden. Hiervon ausgenommen sind Verurteilte, die wegen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung verurteilt worden sind.

(Landgerichtsbezirk Aachen: Seit 01.04.10 Freiheitsstrafen mit einer Vollzugsdauer von mehr als 24 Monaten; Landgerichtsbezirk Bonn, Landgerichtsbezirk Köln)> unverändert

b) Aufnahmen im Wege der Progression

Zuständigkeit wurde im Hinblick auf die andauernde Überbelegung reduziert auf eine Zuständigkeit für Inhaftierte mit Wohnort in den Landgerichtsbezirken Köln und Bonn. Im Übrigen nach bilateraler Abstimmung der abgebenden und der hiesigen Anstalt.

c) Aufnahme nach dem Einweisungsverfahren

Inhaftierte mit einer Freiheitsstraffe von mehr als 24 Monaten, die durch die JVA Hagen als zentrale Einweisungsanstalt eingewiesen werden.

 

2) Belegungsfähigkeit

Derzeit liegt die Belegungsfähigkeit bei 448 Haftplätzen( 106 Einzelhaftplätze, Rest Gemeinschaftsunterbringungen). Im Jahre 2010 war die JVA Euskirchen belegungs-mäßig mit 107 % ausgelastet.

 

3) Berufliche Bildung der Inhaftierten

a) Fach- und Übungswerkstatt für die Ausbildung im Bereich Metall

Unverändert 20 Ausbildungsplätze

56 Inhaftierte haben im Jahr 2009 die verschiedenen Ausbildungsabschnitte durchlaufen.

Lediglich 2 Inhaftierte haben nicht bestanden, 18 Inhaftierte konnten die Maßnahme nicht beenden, da sie vorzeitig entlassen wurden, in ein freies Beschäftigungsverhält-nis wechselten, in eine ex. Ausbildung wechselten pp. Dies bedeutet, dass über 50 % die Maßnahme bis zum Abschluss durchliefen. Die Zahlen konnten 2010 im Ergebnis gehalten werden.

b) Fach- und Übungswerkstatt für die Ausbildung im Bereich Garten- und Landschaftsbau

2009 30 Ausbildungsplätze, seit 2010 35 Ausbildungsplätze.

96 Inhaftierte haben die Maßnahme durchlaufen. Auch diese Maßnahme wurde von über 50 % der Teilnehmern abgeschlossen werden. Auch diese Zahlen konnten im Jahre 2010 gehalten werden.

 

Ziel: Zertifizierung der einzelnen Module durch die Landwirtschaftskammer bzw. IHK

 

c) Im Jahr 2010 nahmen 66 Gefangene unter anderem an externen Berufsausbildungen teil (Studium der Betriebswirtschaft, Maschinenbau, Berufskraffahrer, Maler Lackierer, Tischler, Metallbauer..). Lediglich 6 Inhaftierte brachen die Maßnahme ab. Weitere 40 Inhaftierte haben an anderen Bildungsmaßnahmen teilgenommen.

 

4) Arbeitseinsatz der Inhaftierten

Auch in den Jahren 2009/2010 konnte in der Anstalt nahezu Vollbeschäftigung bei den Gefangenen erzielt werden. Unter 10 % konnten mangels Arbeitsmöglichkeiten nicht zur Arbeit eingesetzt werden. Im Jahresmittel haben sich knapp 50 % in einem freien Beschäftigungsverhältnis befunden.

 

5) Entweichungen

Sowohl 2009 als auch  2010 lag die Quote der entwichenen Inhaftierten unverändert bei unter 1%.

 

6) Beurlaubungen

In den Jahren 2009 und 2010 hat es jeweils über 14.200 Beurlaubungen gegeben. Die Quote der Inhaftierten, die nicht bzw. nicht freiwillig zurückgekehrt sind, liegt weiterhin unverändert bei unter 1 %.

 

7) Ausgänge

In den Jahren 2009 und 2010 wurden jeweils über 37.000 Ausgänge gewährt. Auch hier liegt die Quote der Inhaftierten, die nicht bzw. nicht freiwillig zurückgekehrt ist bei unter 1%.

 

8) Vorzeitige Entlassungen

2009/2010  wurden 71 % der Anträge der Inhaftierten auf eine Entlassung zum 2/3-Zeitpunkt  durch die Strafvollstreckungskammer positiv entschieden.

Eine Entlassung zum ½-Strafenzeitpunkt erfolgte 2009 in 17 % der Fälle, 2010 in 13% der Fälle. Insgesamt wird fast die Hälfte der Inhaftierten vorzeitig aus der Haft entlas-sen

 

9) Vorkommnisse mit Drogen

In den Jahren 2009/2010 wurden jeweils über 1200 Drogenscreenings angeordnet. Ca. 9% wiesen im Rahmen des Zugangscreenings positive Werte auf, ca. 8% wiesen im Vollzugsverlauf einen positiven Wert auf. 

 

10) Rückverlegungen in den geschlossenen Vollzug

Zeigen sich bei einem Inhaftierten konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er mit den ihm gewährten Freiräumen nicht verantwortungsvoll umzugehen vermag, wird ein Verbleib im offenen Vollzug überprüft. Im Jahre 2009 erfolgten 338 Rückverlegungen, im Jahre 2010 257 Rückverlegungen in den geschlossenen Vollzug. Vorwiegend erfolgte eine Rückverlegung bereits aus dem geschlossenen Zugangsbereich heraus. Hauptgründe für eine Rückverlegung aus dem offenen Vollzug heraus waren Drogen- bzw. Alkoholmissbräuche.

 

11) Gewaltprävention

Im Februar 2008 war mit einer ersten Staffel eines „Aggressions-Bewältigungstraining“ begonnen worden. Die Teilnehmer beschäftigen sich mit nachfolgenden Themen: Bedeutung von Gewalt für Täter, Opfer, Gesellschaft; Wege der eigenen Gewaltbereitschaft; Erlernen und Anwenden von alternativen Strategien. Die Maßnahme hat sich bewährt und wird daher fortgesetzt.

 

12) Daten zum Personalstand

Anstaltsleitung

  • 2 Mitarbeiterinnen des höheren Vollzugs- und Verwaltungsdienstes

Allgemeiner Vollzugsdienst

  • 87 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon 5 befristet eingestellte Tarifbeschäftigte)
  • 11 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vorbereitungsdienst

Ärztlicher Dienst

  • ein hauptamtlicher Anstaltsarzt, der mit rund einem Drittel seiner Arbeitszeit auch in der JVA Siegburg tätig ist

Fachdienste

  • 4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sozialdienst
  • 6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im psychologischen Dienst, wovon 4 Mitarbeite-rinnen und Mitarbeiter etwa mit der Hälfte ihrer Arbeitszeit auch in der sozialthera-peutischen Abteilung der JVA Aachen tätig sind
  • ein evangelischer Pfarrer und ein katholischer Gemeindereferent

Verwaltung

  • 5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im gehobenen Vollzugs- und Verwaltungsdienst
  • 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im mittleren Verwaltungsdienst (davon 4 befristet eingestellte Tarifbeschäftigte in Teilzeit)
  • ein Mitarbeiter im einfachen Dienst
  • eine Mitarbeiterin im Vorbereitungsdienst

Werkdienst

  • 6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 

11) Zusammenarbeit mit dem Beirat

Nach der Landtagswahl im Jahre 2010 hat sich der Beirat neu konstituiert. Den Beiratsvorsitz hat erneut Herr Urban Jülich übernommen. Seine Vertretung wird durch Frau Margret Rhiem wahrgenommen.

Der Beirat wird in regelmäßigen Sitzungen durch die Unterzeichnerin über aktuelle Geschehnisse informiert.

 

12) Verein zur Förderung der sozialen Eingliederung von Inhaftierten und Haftentlas-senen „Brücke“
      (Begleitete Rückführung Euskirchen e.V.)

Der Förderverein hilft Menschen, deren soziale Kontakte durch die Inhaftierung sehr gelitten haben und die auch nach der Inhaftierung etwas der Unterstützung bedürfen.

Der Verein wird als wichtiges Bindeglied zwischen Haft und Freiheit gesehen.

 

 

Euskirchen, den 09.02.2011

Gaddum

 


 

© Die Leiterin der Justizvollzugsanstalt Euskirchen, 2013